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Newsletter Nr. 2 | Juli 2009
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Frühe Bildung und Förderung
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Sehr geehrte Damen und Herren
Die Veranstaltung Frühe Bildung - Bildungspläne für Kinder von 0 bis 10 Jahren war ausgebucht und hat ein gutes Echo gefunden. Eine Veranstaltungsdokumentation mit Links, Videos und Materialien ist aufgeschaltet.
Im Herbst trifft sich der Beirat von Forum Bildung, um die weitere Planungen zu besprechen. Zur Diskussion steht u.a. eine Veranstaltung zur voraussichtlichen Finanzierungskrise in der Bildung. Sparmassnahmen können sich sehr unterschiedlich auswirken. Verschiedene Szenarien sollen frühzeitig die möglichen Konsequenzen beleuchten.
Ein Besuchsprogramm von zukunftsorientierten, innovativen "Best Practice"-Beispielen zu den Themen frühe Förderung, individualisierte Lernkonzepte und Schulnetzwerke ist auf Herbst zu erwarten.
Weiter sind wir daran, einen Bildungspreis auf die Beine zu stellen.
Eine Tagung zur Bildung eines Konsortiums für ein IT-Tool für das personalisierte Lernwegmanagement mit eingebautem modularisiertem Lernmaterial ist am 28.8.09 angesagt. Die Aktualität des Themas wird verstärkt durch die Gründung eines überregionalen Schulverbunds von innovativen Schulen mit alterdurchmischten Lerngruppen.
Falls Sie den Newsletter abonnieren oder abbestellen wollen, oder falls Sie Mitglied von Forum Bildung werden möchten, bitten wir Sie, oben die dafür vorgesehenen roten Links zu benutzen.
Wir freuen uns über Ihr Interesse.
Vorstand und Geschäftsleitung Forum Bildung:
Ernst Buschor, Christian Haltner, Kathrin Heim, Antoinette Hunziker-Ebneter, Carolina Müller-Möhl, Andi Melchior, Jürgen Oelkers, Jürg Brühlmann
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Innovative Schulen
Perspektiven der Berufsbildung
Sprachen lernen
Jahreskongress des SGBF
Schule im Jahr 2029
Vernehmlassung Lehrplan 21
Frühe Förderung - Bildungspläne
Kongress frühe Bildung in Fribourg
Erste Jahresversammlung Forum Bildung
Tagung IT-Tool
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Überregionaler Schulverbund von Schulen mit individualisierten Lernkonzepten
Unter dem Namen MOSAIK-Schulen haben sich im Juni 2009 vorerst neun öffentliche Sekundarschulen mit innovativen individualisierten Lernkonzepten aus den Kantonen TG, SG, NW, ZH und aus Baden-Württemberg in einer gemeinsamen, überregionalen Partnerschaft zusammengeschlossen. Der Verein koordiniert die Entwicklung, legt verbindliche Gemeinsamkeiten im Konzept fest und fördert den gegenseitigen Austausch unter den Schulen.
Zentral ist die gemeinsame Weiterentwicklung des bisher in Alterswilen und Horn lokal eingesetzten Tools "OASYS" auf einer internetbasierten Plattform. Es soll ein effizientes Lernwegmanagement für jedes einzelne Kind erleichtern und standardbasiertes Lernmaterial zur Verfügung stellen. Dies ist notwendig, weil die Lerngruppen zu einem grossen Teil altersdurchmischt zusammengesetzt sind. Das Modell ist besonders interessant für kleinere Standorte.
Nach der Umstellungsphase lässt es sich mit den üblichen Ressourcen umsetzen. > www.mosaik-sekundarschulen.ch.
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Jutta Allmendinger stellte die tiefen Schweizer Maturaquoten und den Brain-Import aus dem Ausland in Frage. Bundesrätin Doris Leuthard verwies auf die hohe Nachfrage nach Berufsleuten der Sekundarstufe II. Dokumentation zur Veranstaltung in Zürich vom 5. Juni 2009.
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Eine Werkschau aus dem NFP 56 in Biel/Bienne brachte interessante Erkenntnisse, u.a.: 1. Frühes Englisch fördert das spätere Lernen von Französisch (und wohl auch umgekehrt, Red.) (Hänni). 2. Kinder mit früher Förderung in der Erstsprache haben beim Schuleintritt bessere Sprachkenntnisse in ihrer Erstsprache. In der Zweitsprache Deutsch unterscheiden sie sich nicht. Die Anfangsrückstände werden nicht aufgeholt, auch nicht im Wortschatz (Moser / Bayer). 3.
Erwachsene mit geringeren Lesekompetenzen kommunizieren generell (auch mündlich) weniger als andere mit besseren Lesekompetenzen (Notter). Dokumentation
zur Veranstaltung in Biel/Bienne vom 13. Juni 2009.
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Am Jahreskongress des SGBF vom 29.6. - 1.7.2009 in Zürich wurde eine Fülle von Forschungsergebnissen vorgestellt. Hier eine kleine Auswahl zu den Themen von Forum Bildung:
> Unterschiedliche Reaktionen von Schulen auf die gesetzliche Integration im Kanton Zürich
Reiche Schulgemeinden, grosse Schuleinheiten, Schulen mit Tradition von Kleinklassen/Separation, Gemeinden mit hohem Sozialindex und grosser Fremdsprachenquote reagieren kritisch auf die gesetzliche Einführung der Integration im Kanton Zürich (Kocher). Doku HfH
> Keine Störungen im Unterricht wegen soziokultureller Heterogenität
Soziokulturelle Heterogenität allein erhöht die Störungswahrscheinlichkeit im Unterricht nicht. Hingegen führen ungünstige Beziehungsmuster/Beziehungsqualität kombiniert mit individuellen Belastungsbiografien und schlechten Leistungen zu Störungen. (Neuenschwander, PHNW / Herzog UniBE). Doku UniBE
, Doku FHNW
> Unterrichtscoaching zur professionellen Weiterentwicklung
Gemeinsames Vorbereiten, Durchführen und Auswerten von Unterricht mit einem Coach bewirkt positive Veränderungen auf die tägliche Unterrichtspraxis sowohl in der Ausbildung (Praktikum) als auch in der professionellen Weiterentwicklung von bestandenen Lehrpersonen (Staub, UniFR). Doku UniFR
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Etwa 100 Teilnehmende aus Bildung und Wirtschaft sahen an der von Andreas König organisierten Tagung "Educational Trendspotting" vom 30.4.2009 an der ZHAW in Winterthur folgende Zukunftstrends für die Bildung:
Weitere Ökonomisierung, Globalisierung, De-Institutionalisierung, gleichzeitig weitere Formalisierungen (Abschlüsse) und gleichzeitig mehr informelle Bildung (Facebook u.ä.) selbstgesteuertes, individualisiertes und gleichzeitig kooperatives Lernen, Auflösung der Fächer, neue Funktionen für die Lehrpersonen, weniger lexikalisches und mehr systemisches Wissen, mehr Technologieeinsatz, kreative Kompetenzen als Anforderung, grössere Ängste im System, mehr Polarisierung,
veränderte Vorgaben von Wirtschaft und Politik,
Notwendigkeit zum Dialog der Stakeholder, neue Bewertungsformen (Portfolio, Zertifizierung), grössere Unterschiede der Bildungsabsolventen, beschränkte oder teure Zugänglichkeit zu guter Qualität. Weitere Hinweise: Forum der SSAB, Zentrum Neues Lernen ZHAW.
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Forum Bildung setzt sich für ein Modell mit offenen, linearen Kompetenzmodellen ein. Es sollen keine mehrteiligen Schulstrukturen indiziert oder vorausgesetzt werden. Die Schülerbeurteilung soll ohne Einteilung in Minimal-, Normal- oder Exzellenzniveaus möglich sein. Die bei Harmos und im Lehrplan 21 vorgesehenen Normal- und Exzellenzniveaus pro Schuljahr oder Stufe sind deshalb unnötig.
Es reicht die Definition einer fortlaufend aufbauenden Treppe mit 12-15 Kompetenzniveaus über alle Schuljahre mit einem erst am Ende herausragenden Kompetenzniveau. In diesem konsekutiven Treppenmodell können die vorgesehenen Minimalstandards pro Lebens- oder Schujahr einer der Kompetenzstufen zugeordnet werden.
Nachfolgende Schulen und Berufe können ihre Aufnahmebedingungen ebenfalls an die Erreichung bestimmter Kompetenzstufen koppeln. Bei der Bewertung wird die Erreichung von Kompetenzniveaus gemessen. Es gibt keine Noten und Zeugnisse (mehr) für Minimal-, Normal- und Exzellenzschüler.
Schulen der Zukunft mit individuellen Lernkonzepten brauchen dringend offene, lineare Kompetenzmodelle. Stellungnahme
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Mehr Qualität für die frühe Bildung in der Schweiz
Die Schweiz braucht klarere Zuständigkeiten und Qualitätsvorstellungen für die frühe Bildung und Betreuung von 0 bis 4-jährigen Kindern. Im Vordergrund steht die Schaffung von klaren Verantwortlichkeiten für Qualitätsstandards, Aufsicht, Finanzierung und Ausbildung. Das Forum Bildung wird dafür gemeinsam mit Partnern eine Plattform für die Bündelung der Kräfte bei der frühen Förderung und Bildung aufbauen.
Bild: Referat von K. Wolff
Die vom Forum Bildung am Montag 15.6.09 in der ausverkauften Winterthurer CoalMine-Kultur-Bar durchgeführte Podiumsveranstaltung zum Thema Frühe Bildung & Förderung zeigte das grosse Interesse und den Handlungsbedarf deutlich auf. Unter der Leitung von Jürg Brühlmann (Geschäftsführer Forum Bildung) diskutierten die Forums-Beirätinnen Heidi Simoni (Leiterin Marie Meierhofer Institut für das Kind), Margrit Stamm (Professorin Universität Freiburg) und Co-Präsident Jürgen Oelkers
(Professor für allgemeine Pädagogik, Universität Zürich). Die ehemalige Kultusministerin des deutschen Bundeslandes Hessen, Karin Wolff
(CDU) hatte zuvor den hessischen Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0-10 Jahren im Sinne eines Best-Practice-Ansatzes vorgestellt. Die Begrüssung und Einführung präsentierte Ernst Buschor (Co-Präsident Forum Bildung und früherer Amtskollege von K. Wollf).
Fazit der Diskussion: Die weit verteilten Zuständigkeiten der Schweiz führen zu einem Handlungsvakuum. Objektive Diskussionen sind angesichts der Emotionalisierung des Themas „frühes Lernen“ im Moment kaum möglich. Dies, obwohl nicht zuletzt dank der Schulversuche mit der Grund- und Basisstufe und weiteren Studien gesicherte Grundlagen vorliegen. Verglichen mit dem übrigen Europa und vielen anderen Ländern ist die Schweiz trotz erdrückender Forschungsdaten im Bereich Frühförderung auffällig im Rückstand. Frühe Förderung und Bildung entscheiden aber massgeblich über die späteren Bildungs- und Lebenschancen und damit über den Erfolg einer Gesellschaft.
Dokumentation Veranstaltung Frühe Bildung - Bildungspläne 15.6.2009 | Stellungnahme von Forum Bildung zur frühen Bildung.
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Unesco- und EPPE-Studien zur frühen Förderung und Bildung
Zwei grosse Grundlagenstudien waren Basis für den Meilenstein-Kongress mit weiteren Workshops vom 29.6.2009 an der Uni Fribourg. Margrit Stamm als Autorin der Unesco-Studie referierte über die entscheidende Bedeutung von früher Förderung für den späteren Erfolg vom Kindern. Die Daten sind international und in der Schweiz klar und eindeutig. Kathy Sylva zeigte als Mitautorin der EPPE-Studie in England, wie die Wirkungen von guter Betreuungs- und Anregungsqualität beim frühen Aufwachsen bis ins 11. Lebensjahr nachgewiesen werden können, bevor sie dann von späteren Einwirkungen langsam überlagert werden.
Die Umsetzungsdiskussion zeigte einerseits den grossen Bedarf an Qualitätsverbesserungen und andrerseits die Ratlosigkeit angesichts der unübersichtlichen föderalistischen Zuständigkeiten. Vertikal (Bund-Kantone-Gemeinden) wie auch horizontal (Bildung/EDK, Soziales/SODK) ist formal zwar scheinbar alles klar, aber in der Praxis wenig transparent. Die Führung im Thema fehlt weitgehend, für die Finanzierung sind alle und niemand so richtig zuständig. Der Schule und dem Kindergarten sind die Hände gebunden, wenn es um vorschulische Förderung geht. Sozialdepartemente kümmern sich vor allem um offensichtlich benachteiligte Kinder.
Bild: Workshop A. Lanfranchi mit zwei Zeichnungen von zwei gleichaltrigen, aber unterschiedlich aufgewachsenen Kindern.
Kongressdokumentation Uni Fribourg 2009, Folien zur EPPE-Studie aus Fribourg (Kathy Sylva), Unesco-Kommission
Dokumentation zur frühkindlichen Bildung, Unesco-Studie Margrit Stamm 2009.
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Am 15. Juni 2009 fand die erste Mitgliederversammlung des Vereins Forum Bildung statt. Die statuarischen Geschäfte konnten unter der Leitung von Co-Präsident Christian Haltner effizient abgewickelt werden. Anschliessend waren die Teilnehmenden zur voll ausgebuchten und hochaktuellen Veranstaltung
"Frühe Förderung - Bildungspläne für Kinder von 0-10 Jahren" eingeladen.
Link zur Anmeldung als Mitglied.
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Am 26. August 2009 treffen sich in Winterthur etwa 100 Personen aus Schulen, Verlagen, Bildungsverwaltungen, IT-Unternehmen und aus der Forschung. Ziel ist die Bildung von einem oder mehreren überregionalen Konsortien zur Unterstützung von Schulen mit individualisierenden Lernkonzepten. Das Tool soll internetbasiert das Lernwegmanagement von einzelnen Kindern ermöglichen und Schnittstellen zu Datenbanken mit standardbasierten, modularen Lernmaterialien, Aufgabensammlungen und Tests aufweisen.
Das Treffen richtet sich an Fachleute und Stakeholder, welche bereits mit dem Thema vertraut sind. Anmeldung an juerg.bruehlmann@forumbildung.ch
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